Wissenswertes rund um die Naturmode
Naturmode
Weil die Umwelt da anfängt, wo die Haut aufhört
100% Baumwolle ist nicht genug!
Mittlerweile allgemein bekannt - doch wer kennt schon die Schäden für Mensch und Natur durch den konventionellen Baumwolle-Anbau? Und welches Etikett gibt Auskunft über Farbstoffe, chemische Hilfsmittel, Formaldehyd, Pestizide und Schwermetalle? Kaum jemand weiß, was er wirklich auf der eigenen Haut trägt.
Die Verwendung von Baumwolle
aus kontrolliert biologischem Anbau garantiert einen schonenden Umgang mit der Natur und eine faire Zusammenarbeit mit den Erzeugern
Bestandteile
Alle Teile bestehen aus hochwertigen Naturfasern, aus Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau sowie aus Leinen, Hanf, Wolle und Seide. Weiße Stoffe sind nur Sauerstoff gebleicht, gefärbt wird nach IVN-Richtlinien. Metallknöpfe und Reißverschlüsse sind nickelfrei. Ansonsten bestehen Knöpfe aus Steinnuß, Perlmutt, Holz oder Keramik.
Verarbeitung
Selbstverständlich wird auch bei der Verarbeitung auf höchste Umweltverträglichkeit geachtet: Verzicht auf Chlorbleiche, gift- und schwermetallhaltige Farbstoffe und keine chemische Ausrüstung
Die Haut - unser größtes Organ
Durch Schweiß können chemische Stoffe, die nicht fest an das Fasermaterial gebunden sind, gelöst werden.
Lebensfreude
ist eng verbunden mit Wohlfühlen - und damit dieses Wohlgefühl durch nichts beeinträchtigt wird, sind die verwendeten Farbstoffe frei von Schwermetallen und krebserregenden AZO-Farbstoffen
IVN
Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. (www.naturtextil.com).
IVN ist das Öko-Label mit den derzeit strengsten Richtlinien.
Naturmode weckt Gefühle
Wohlbefinden, Fröhlichkeit, Ehrlichkeit und Verantwortung
Lexikon
Was für eine Bedeutung hat Kleidung für uns?
In erster Linie soll sie uns vor äußeren Einflüssen schützen und nicht zuletzt auch schmücken. Sind allerdings in diesen Textilien Schadstoffe enthalten, kann sich die Schutzfunktion genau in das Gegenteil umkehren und somit Allergien oder schlimmstenfalls toxische Reaktionen hervorrufen. Dieses Thema sorgt bis in die höchsten Gremien für Diskussionen. Ob nun von leichtfertiger Panikmache die Rede ist, oder einer fundierten wissenschaftlichen Auseinandersetzung, die Tatsache das der Anteil an Allergikern stetig steigt ist nicht zu übersehen.
Da der Verbraucher häufig vor einem Rätsel steht was für Mittel, Verfahren oder Inhaltsstoffe für verschiedene Bearbeitungsvorgänge bei der Textilverarbeitung verwendet werden, möchten wir hier die Wichtigsten zum besseren Verständnis ansprechen.
Farbstoffe
Häufige Auslöser einer Textilallergie sind die Farbstoffe. Die meisten Farbstoffe als Einzelsubstanz sind ungefährlich, treffen sie aber bei einem chemischen Verfahren mit Proteinen zusammen wirken sie allergen. Handelt es sich noch dazu um Farbstoffe die sich leicht aus dem Fasermaterial lösen, gelangen diese z. B. durch vermehrte Schweißproduktion in die Haut. Die bekanntesten Allergene sind Dispersionsfarbstoffe die hauptsächlich bei preisgünstigen Polyesterartikeln eingesetzt werden.
Azofarbmittel
Diese Farbmittel werden seit 1970 durch eine Selbstverpflichtung der chemischen Industrie in Europa nicht mehr verwendet. In China tragen sie jedoch stark zum Produktionsrekord bei. Der kostensparende Vorteil der sich aus dieser Verwendung ergibt scheint in den Augen des Herstellers dem gesundheitlichen Risiken bei weitem wichtiger zu sein. Verwendet man solche Farbmittel in Textilien so können diese nicht nur krebserzeugend sondern sogar erbgutverändernd oder chronisch toxisch wirken.
Chrom
Ist ein Element das in der obersten Erdschicht und somit auch in Wasser oder Nahrungsmitteln vorkommt. Metallisches Chrom oder Chrom in Metallegierungen ist nicht sensibilisierend. Chromsalze allerdings sind verantwortlich für Ekzeme. Bei Färbungen mit Nachfixierung oder Chromgerbung bei Lederartikeln läßt sich dieses Salz (Chromate) nachweisen. Ebenso kann man Chromate spurenweise in Waschmitteln finden.
Nickel
Eine häufig auftretende Allergie ist die Nickelunverträglichkeit, da das metallische Nickel selbst ein Allergen ist. Verarbeitet wird es hauptsächlich in Accessoires für Textilien, Knöpfe oder Reißverschlüsse. Um den direkten Kontakt mit der Haut zu vermeiden werden die vernickelten Gegenstände mit einer dünnen Lackschicht überzogen, die sich aber nach wenigen Wäschen oder durch Abnutzung bald wieder ablöst.
Arsen
Auch heute noch wird Arsen oder Arsenverbindungen zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt, die beim Menschen toxische Reaktionen oder Krebs hervorrufen können.
Formaldehyd
Ist ein Stoff der sich heute nahezu überall befindet. Sogar in Lebensmitteln ist Formaldehyd in Spuren enthalten. Nachweisbar ist eine bestimmte Konzentration an Formaldehyd für den Menschen schädlich. Laut Gesetz müssen z.B. Textilien die einen Anteil von mehr als 0,15% freien Formaldehyd beinhalten gekennzeichnet werden. In der Textilverarbeitung wird Formaldehyd zur Hochveredelung von Stoffen verwendet. Somit kann man u.a. durch Kunstharze die Knitterneigung von Baumwolle reduzieren oder die Feuchtigkeitsaufnahme verringern um den Stoff pflegeleichter zu machen.
Weichmacher
Stellen in der Regel für den Menschen keine direkte Gefahr dar. Sie sollen das Verkleben von Fasern beim Trocknen verhindern und sonst eher harte Gewebestrukturen spürbar weicher machen. Setzt man Weichmacher bei der Verarbeitung von Synthetik ein verhindern sie die elektrostatische Aufladung. Ein großer Nachteil besteht darin dass Weichmacher die Saugfähigkeit von Naturfasern stark reduziert und somit sich der Abtransport von Flüssigkeit in den Fasern stark verschlechtert. Dadurch kann es zu Hautreizungen kommen.
Optische Aufheller
Sind eine Art farblose Farbstoffe, die die Eigenschaft besitzen UV-Licht in sichtbares kurzwelliges Licht umzuwandeln. In Verbindung mit Schweiß können sich die Aufheller lösen und somit in direkten Kontakt mit der Haut treten. Es ist bekannt, dass einige Baumwoll- und Wollaufheller eine sensibilisierende Wirkung haben bzw. Allergen wirken.
Biozidausrüstung
Kleidungsstücke die vermehrt der Schweißproduktion ausgesetzt sind, wie Unterwäsche, Socken, Strumpfhosen, aber nur bei niedrigen Temperaturen gewaschen werden können, werden immer häufiger mit der Information "biozid" oder "santizid" gekennzeichnet. Hierbei werden Ammoniumverbindungen, Biphenole, Dichlorophen, org. Zinnverbindungen u.ä. verwendet um das Wachstum von Mikroorganismen oder Pilzen und Bakterien zu verhindern. All diese Substanzen sind starke Allergene.
Pestizide
Sind heute die wohl bekannteste Gruppe von Chemikalien die beim Baumwollanbau oder in der Tierhaltung zum Einsatz kommen. Als Pestizide bezeichnet man folgende Substanzen: Herbizide, Fungizide, Insektizide, Bakterizide und Entlaubungsmittel. Diese Chemikalien haben alle starke toxische Wirkungen und sind selbst nach mehreren Waschgängen z.T. noch in den Textilien nachweisbar.
Ausrüstung, Hochveredelung
Hierbei werden die Gebrauchseigenschaften der Textilien durch eine chemische Behandlung verändert. Die Bügelfreiausrüstung für Baumwolle oder die Waschfestausrüstung für Wolle sind wohl die gängigsten. Ebenso lassen sich mit speziellen Chemikalien Effekte wie Wasserabweisung oder Flammschutz erzielen.
Beschichten
Durch aufsprühen oder tauchen wird eine Schicht auf Textilien gebracht.
Bleichen
Um einen höheren Weißgrad zu erreichen werden die Fasern mit oxidierenden oder reduzierenden Bleichmitteln behandelt (chlorgebleicht).
Biologisch abbaubar
Sind alle Stoffe die nach einer bestimmten Zeit in ihre Grundbausteine zerlegt werden können. Entscheidend dabei ist, dass bei diesem Vorgang keine giftigen Rückstände entstehen.
Handgepflückte Baumwolle
Die konventionelle Baumwolle wird maschinell geerntet. Um dies zu erleichtern wird vor der Ernte auf die Baumwollpflanzen ein Entlaubungsgift gesprüht. Dieses Gift fällt unter die Kategorie der Pestizide und verunreinigt die geerntete Baumwolle.
kbA Baumwolle
kbA = kontrolliert biologischer Anbau. Diese Art des Anbaus wird durch internationale Organisationen wie der IFOAM oder SKAL strengstens kontrolliert. Zur Einhaltung dieser Richtlinien gehört der Verzicht von chemischen Düngemitteln und Pestiziden.
Naturfasern
Darunter fallen alle Fasern natürlichen Ursprung, also tierischer, pflanzlicher und mineralischer (Glasfaser, Kohlenfaser) Art.
Seidenerschwerung
Früher wurde Seide mit Gold aufgewogen. Seide verliert nach dem Entbasten stark an Gewicht, um dieses nun wieder zu erhöhen wurde sie mit Schwermetallsalzen behandelt. Dieses Verfahren wird heutzutage mit Hilfe von chemischen Produkten nur noch selten angewandt.
Viskose
Viele Verbraucher sind irrtümlicherweise der Meinung Viskose sei ein Baumwollprodukt. Viskose wird durch die Auflösung und chemische Veränderung von Holz hergestellt und ist somit eine Chemie- und keine Naturfaser.
GOTS
GOTS steht für "Global Organic Textile Standard" und ist ein Gütesiegel für Kleidung und Textilien. Das Siegel entspricht in seinen Qualitätskriterien dem Kennzeichen IVN-zertifiziertes Naturtextil. Das bedeutet, dass bei Kleidungsstücken aus Naturfasern (z. B. Baumwolle, Leinen, Seide) in der Produktion und entlang der gesamten Produktionskette auf den Einsatz bedenklicher Chemikalien in der Faserverarbeitung und Textilveredelung verzichtet wurde.


